In den sozialen Medien und alternativen Gesundheitskreisen kursiert seit einiger Zeit eine ungewöhnliche Empfehlung: Ein Eiswürfel, platziert auf einer bestimmten Stelle im Nacken, soll das Wohlbefinden steigern, das Immunsystem stärken und sogar dabei helfen, jung zu bleiben. Das Bild oben zeigt genau diesen Punkt – am Übergang zwischen Hinterkopf und Nacken, in der Mitte der Wirbelsäule.
Doch was steckt wirklich dahinter?
📍 Der Punkt „Feng Fu“ – Bedeutung in der traditionellen chinesischen Medizin
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird dieser Bereich als „Feng Fu“ bezeichnet. Er gehört zum sogenannten Gouverneursgefäß (Du Mai), einem wichtigen Energieleitbahn-System im Körper. Laut TCM soll die Stimulation dieses Punktes:
- die Durchblutung fördern
- das Nervensystem beruhigen
- Stress reduzieren
- Schlaf verbessern
Die Anwendung von Kälte – etwa durch einen Eiswürfel – wird dabei als eine Möglichkeit gesehen, diesen Punkt gezielt zu stimulieren.
❄️ Die Methode: So wird sie angewendet
Die Idee ist simpel:
- Legen Sie sich bequem auf den Bauch.
- Platzieren Sie einen Eiswürfel auf den Punkt im Nacken (wie im Bild gezeigt).
- Halten Sie ihn dort für etwa 15–20 Minuten.
Viele berichten von einem belebenden Gefühl, einer Art „Energieschub“ oder tiefer Entspannung danach.
🧠 Was sagt die Wissenschaft?
Hier wird es etwas ernüchternder:
Es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Belege, die bestätigen, dass diese Methode tatsächlich Krankheiten vorbeugt oder den Alterungsprozess verlangsamt.
Mögliche Anwendungsbereiche der Methode
Befürworter dieser Methode behaupten, dass die Anwendung eines Eiswürfels auf dem sogenannten Feng-Fu-Punkt bei einer Vielzahl von Beschwerden unterstützend wirken kann. Dazu zählen unter anderem:
- Atemwegserkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Neurologische Erkrankungen, insbesondere mit degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule
- Akute Infektionen, einschließlich gastrointestinale und sexuell übertragbare Erkrankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Arthritis sowie hoher und niedriger Blutdruck
- Asthma bronchiale
- Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Übergewicht und Mangelernährung
- Cellulite (vor allem zur Prävention und im Frühstadium)
- Menstruationsbeschwerden und hormonell bedingte Unfruchtbarkeit
- Psychoemotionale Beschwerden wie Stress, chronische Müdigkeit, Depressionen und Schlafstörungen
Allerdings ist bekannt:
- Kälte kann die Durchblutung kurzfristig verändern
- Sie kann entzündungshemmend wirken
- Sie kann das Nervensystem stimulieren (ähnlich wie kalte Duschen)
Das erklärt, warum sich manche Menschen nach der Anwendung frischer oder entspannter fühlen.
⚠️ Vorsicht und realistische Erwartungen
So harmlos die Methode klingt, ein paar Dinge sollte man beachten:
- Nicht zu lange kühlen
- Bei empfindlicher Haut oder Kreislaufproblemen vorsichtig sein













