Eine kleine Veränderung im Mund soll Einfluss darauf haben, wie unser Gesicht wirkt: die Position der Zunge. Genau darum geht es beim sogenannten Mewing, einer Methode, die vor allem durch den britischen Kieferorthopäden Dr. Mike Mew bekannt wurde.
Anhänger der Methode verbinden Mewing mit einer ausgeprägteren Kieferlinie, einer besseren Mundhaltung und harmonischeren Gesichtszügen. Im Internet wird teilweise sogar von einem natürlichen „Facelifting“ gesprochen.
Doch wie funktioniert die Technik eigentlich?
👅 Was ist Mewing?
Das Prinzip ist überraschend einfach: Statt die Zunge locker auf dem Mundboden liegen zu lassen, wird sie in ihrer natürlichen Ruheposition möglichst vollständig an den Gaumen gelegt.
Dabei spielen drei Dinge zusammen:
- die richtige Position der Zunge,
- eine entspannte Stellung von Kiefer und Lippen,
- die Atmung durch die Nase.
Die Idee dahinter ist, die natürliche Funktion von Zunge, Mund und Kiefer zu unterstützen.
🦷 Warum spielt der Oberkiefer eine wichtige Rolle?
Der Oberkiefer bildet einen zentralen Teil des Gesichtsschädels. Seine Form und Position stehen unter anderem mit dem Erscheinungsbild der Wangen, der Mundpartie und des Gesichtsprofils in Verbindung.
Auch Zunge, Kiefer, Atmung und Schluckbewegungen arbeiten nicht unabhängig voneinander. Besonders während des Wachstums können ungünstige Gewohnheiten wie chronische Mundatmung oder bestimmte Schluckmuster eine Rolle bei der Entwicklung von Zähnen und Kiefer spielen.
Bei Erwachsenen sollte man allerdings keine Wunder erwarten: Dass Mewing innerhalb weniger Monate die Gesichtsknochen deutlich umformt, Falten beseitigt oder das Gesicht sichtbar verjüngt, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
⭐ Die Mewing-Technik: So funktioniert sie
Entscheidend ist nicht, möglichst starken Druck auszuüben. Vielmehr soll eine natürliche und entspannte Zungenposition zur Gewohnheit werden.
1. Mund sanft schließen
Schließen Sie zunächst die Lippen.
Die Zähne sollten dabei nicht kräftig aufeinandergepresst werden. Der Kiefer bleibt möglichst entspannt.
2. Zungenspitze richtig positionieren
Legen Sie die Zungenspitze knapp hinter die oberen Schneidezähne.
Wichtig: Die Zunge sollte nicht gegen die Schneidezähne drücken.
3. Die gesamte Zunge anheben
Hier liegt der wichtigste Punkt der Technik.
Nicht nur die Zungenspitze soll oben liegen. Versuchen Sie, auch den mittleren und hinteren Bereich der Zunge sanft an den Gaumen anzulegen.
Die Zunge liegt dadurch möglichst großflächig am Gaumen.
4. Durch die Nase atmen
Während Sie diese Position halten, atmen Sie ruhig durch die Nase.
Die Lippen bleiben geschlossen und Gesicht sowie Kiefer möglichst entspannt.
5. Die Position im Alltag üben
Mewing ist weniger eine klassische Übung von fünf oder zehn Minuten als vielmehr der Versuch, eine bestimmte Ruheposition der Zunge zu verinnerlichen.
Üben Sie beispielsweise beim:
- Arbeiten am Computer,
- Lesen,
- Fernsehen,
- Spazierengehen oder
- Erledigen von Hausarbeiten.
Mit der Zeit soll die Position möglichst automatisch eingenommen werden.
💧 Auch das Schlucken spielt eine Rolle
Wenn die Zungenposition vertraut geworden ist, kann man zusätzlich auf das eigene Schlucken achten.
Nehmen Sie einen kleinen Schluck Wasser in den Mund. Legen Sie die Zunge an den Gaumen und schlucken Sie möglichst ruhig.
Dabei sollten Lippen und Wangen nicht unnötig angespannt werden.
Es geht nicht darum, mit Gewalt einen starken Unterdruck zu erzeugen, sondern eine natürliche Schluckbewegung zu entwickeln.
Die Position unserer Zunge, unsere Atmung und die Haltung unseres Kiefers sind Dinge, die wir jeden Tag tausendfach benutzen – ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Vielleicht liegt genau darin der Reiz von Mewing: Es ist keine komplizierte Schönheitsbehandlung, sondern zunächst einmal eine kleine Veränderung der täglichen Gewohnheiten.










