Ein einfaches Pulver, etwas destilliertes Wasser und wenige Minuten Vorbereitung: Daraus entsteht ein selbstgemachtes Magnesiumspray, das sich wunderbar für eine entspannende Massage eignet. Doch was kann Magnesium wirklich bewirken?
Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die besonders viel Aufmerksamkeit verdienen. Magnesium gehört zweifellos dazu. Das lebenswichtige Mineral ist an Hunderten biochemischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt und spielt eine entscheidende Rolle für Muskeln, Nerven, Knochen und den Energiehaushalt.
Besonders interessant ist Magnesiumchlorid. Dieses wasserlösliche Mineralsalz lässt sich mit wenigen Zutaten in eine sogenannte Magnesiumöl-Lösung verwandeln.
Viele Menschen verwenden sie nach dem Sport, bei verspannten Muskeln oder als Bestandteil ihrer abendlichen Entspannungsroutine.
Doch hinter dem beliebten Hausmittel steckt mehr, als man zunächst vermuten würde!
Warum Magnesium für unseren Körper so wertvoll ist
Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Ohne ausreichende Mengen dieses Minerals könnten zahlreiche lebenswichtige Prozesse nicht richtig funktionieren.
Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören:
- Muskeln: Magnesium unterstützt die normale Muskelfunktion und das Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung.
- Nervensystem: Es trägt zur normalen Funktion der Nerven bei.
- Energie: Magnesium ist am Energiestoffwechsel beteiligt und kann bei einem Mangel helfen, damit verbundene Müdigkeit zu verringern.
- Knochen: Es trägt zur Erhaltung gesunder Knochen bei.
- Herz: Es spielt eine wichtige Rolle für die elektrische Aktivität des Herzens.
- Elektrolythaushalt: Magnesium hilft, das Gleichgewicht wichtiger Mineralstoffe im Körper aufrechtzuerhalten.
Ein Magnesiummangel kann sich unter anderem durch Muskelschwäche, Müdigkeit oder Muskelkrämpfe bemerkbar machen. Allerdings können solche Beschwerden viele unterschiedliche Ursachen besitzen.
Das Geheimnis des Magnesiumöls
Der Name klingt zunächst ungewöhnlich, denn tatsächlich enthält Magnesiumöl überhaupt kein gewöhnliches Öl.
Es handelt sich um eine konzentrierte Lösung aus Magnesiumchlorid und Wasser. Beim Auftragen entsteht ein leicht gleitendes, manchmal etwas öliges Hautgefühl.
Besonders beliebt ist diese Lösung bei Menschen, die ihre Muskeln nach körperlicher Anstrengung massieren möchten.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung entscheidend: Magnesium ist für den Körper unverzichtbar, doch es gibt bislang keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Magnesiumöl über die Haut zuverlässig einen Magnesiummangel ausgleicht.
Auch die häufig beworbene Schmerzlinderung innerhalb von zwei Minuten ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Dennoch kann das sanfte Einmassieren als angenehm und entspannend empfunden werden.
Magnesiumöl selber machen – das einfache Rezept
Das Beste an diesem Hausmittel ist seine unkomplizierte Herstellung. Sie benötigen lediglich zwei Zutaten und eine geeignete Sprühflasche.
Zutaten
- 50 g Magnesiumchlorid-Hexahydrat in geeigneter kosmetischer Qualität
- 100 ml destilliertes Wasser
- Eine saubere, hitzebeständige Glasschüssel
- Einen Löffel zum Umrühren
- Eine gründlich gereinigte Sprühflasche
Schritt 1: Wasser vorbereiten
Erwärmen Sie das destillierte Wasser leicht. Es muss nicht kochen. Eine mäßige Temperatur genügt, damit sich das Magnesiumchlorid gut auflösen kann.
Schritt 2: Magnesiumchlorid hinzugeben
Geben Sie das Magnesiumchlorid in die Glasschüssel und fügen Sie das warme Wasser hinzu.
Rühren Sie langsam, bis sich die Kristalle vollständig aufgelöst haben.
Schritt 3: Abkühlen lassen
Lassen Sie die fertige Lösung auf Raumtemperatur abkühlen.
Anschließend können Sie sie vorsichtig in die saubere Sprühflasche umfüllen.
Schritt 4: Richtig aufbewahren
Verschließen Sie die Flasche und bewahren Sie sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt auf.
Da selbst hergestellte Lösungen keine geprüfte Konservierung besitzen, ist ihre Haltbarkeit nicht zuverlässig festgelegt. Stellen Sie lieber kleine Mengen frisch her und entsorgen Sie die Lösung bei Trübung, Verfärbung oder anderen Veränderungen.
Fertig ist Ihr selbstgemachtes Magnesiumöl!
So wenden Sie das Magnesiumspray richtig an
Besonders angenehm kann die Anwendung nach einer warmen Dusche sein, wenn die Muskeln bereits etwas entspannt sind.
Sprühen Sie zunächst eine kleine Menge auf eine begrenzte, unverletzte Hautstelle und prüfen Sie die Verträglichkeit.
Wenn keine Reizung auftritt, können Sie etwas Lösung auf Arme oder Beine geben und sanft einmassieren.
Eine ruhige Massage kann dabei helfen, sich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen.
Vermeiden Sie offene Wunden, frisch rasierte oder gereizte Haut sowie den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten.
Sollten Brennen, Juckreiz oder Rötungen auftreten, waschen Sie die Lösung ab und verzichten Sie auf weitere Anwendungen.
Ein starkes Brennen ist kein Zeichen dafür, dass Magnesium besonders gut aufgenommen wird!
Kann Magnesiumöl auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen helfen?
Hier lohnt sich ein genauer Blick.
Magnesium spielt tatsächlich eine wichtige Rolle für die Muskelfunktion. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann eine angemessene Magnesiumzufuhr sinnvoll sein.
Ob äußerlich aufgetragenes Magnesiumchlorid jedoch akute oder chronische Schmerzen wirksam lindert, ist bislang nicht ausreichend belegt.
Eine angenehme Wirkung kann auch durch die Massage selbst entstehen.
Ebenso fehlen verlässliche Belege dafür, dass Magnesiumöl Infektionen behandelt, Atemwegserkrankungen heilt oder Krebs bekämpft.
Bei anhaltenden Schmerzen oder anderen Beschwerden sollte deshalb die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Wie versorgt man seinen Körper am besten mit Magnesium?
Die zuverlässigste Grundlage bleibt eine ausgewogene Ernährung.
Besonders magnesiumreich sind Kürbiskerne, Mandeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse.
Bei einem festgestellten Mangel können nach ärztlicher Empfehlung auch Magnesiumpräparate sinnvoll sein. Gerade bei Nierenerkrankungen ist dabei Vorsicht geboten.
Fazit: Ein einfaches Hausmittel mit interessantem Potenzial
Magnesiumchlorid lässt sich schnell und preiswert zu einer äußerlich anwendbaren Lösung verarbeiten. Als Teil einer sanften Massage kann selbstgemachtes Magnesiumöl eine angenehme Ergänzung zur persönlichen Entspannungsroutine sein.
Seine größten Versprechen – eine sofortige Schmerzlinderung, eine zuverlässige Aufnahme großer Magnesiummengen über die Haut oder gar eine Heilwirkung auf den gesamten Körper – sind jedoch wissenschaftlich nicht gesichert.
Manchmal liegt der besondere Wert eines einfachen Hausmittels nicht in einer wundersamen Heilung, sondern darin, sich bewusst Zeit für den eigenen Körper und das persönliche Wohlbefinden zu nehmen.











