Warum Sie auf Dattelkernkaffee umsteigen sollten – und wie Sie ihn selbst zubereiten
Für viele Menschen gehört eine Tasse Kaffee einfach zum Morgen. Doch nicht jeder verträgt Koffein gut: Nervosität, Herzklopfen, ein unruhiger Magen oder Probleme beim Einschlafen können die Kehrseite des beliebten Wachmachers sein.
Eine ungewöhnliche Alternative gewinnt deshalb zunehmend Aufmerksamkeit: Kaffee aus gerösteten Dattelkernen. Er ist von Natur aus koffeinfrei, besitzt ein angenehm röstiges Aroma – und macht aus etwas, das normalerweise im Müll landet, ein interessantes Getränk.
Was ist Dattelkernkaffee überhaupt?
Dattelkernkaffee wird tatsächlich aus den harten Kernen von Datteln hergestellt. Diese werden gereinigt, vollständig getrocknet, anschließend geröstet und fein gemahlen.
Beim Rösten entwickeln sie ein kräftiges Aroma mit nussigen, leicht karamelligen und teilweise schokoladigen Noten. Geschmacklich erinnert das Getränk eher an milden Kaffee oder geröstete Getreidegetränke als an süße Datteln.
Koffeinfrei und damit auch für den Abend geeignet
Einer der größten Vorteile: Dattelkerne enthalten von Natur aus kein Koffein.
Wer nach Kaffee schnell nervös wird, abends schlecht einschläft oder seinen Koffeinkonsum reduzieren möchte, bekommt damit eine interessante Alternative. Auch eine Tasse am späten Nachmittag oder Abend bringt nicht automatisch die typische stimulierende Wirkung von Kaffee mit sich.
Interessante Pflanzenstoffe
Dattelkerne enthalten verschiedene Polyphenole und andere antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe. Sie werden deshalb wissenschaftlich auf mögliche gesundheitliche Eigenschaften untersucht.
Dattelkernkaffee sollte allerdings nicht als Heilmittel betrachtet werden. Viele der diskutierten Effekte – beispielsweise auf Leber, Verdauung oder Stoffwechsel – sind noch nicht ausreichend durch hochwertige Studien am Menschen belegt.
Sein vielleicht größter praktischer Vorteil ist ohnehin viel einfacher: Man erhält ein aromatisches, koffeinfreies Getränk aus einem Lebensmittelrest, der sonst weggeworfen würde.
Eine echte Zero-Waste-Idee
Wer regelmäßig Datteln isst, kennt das Problem: Am Ende bleibt ein ganzer Haufen harter Kerne übrig.
Anstatt sie wegzuwerfen, können sie gesammelt und weiterverwendet werden. Es braucht dafür weder ein neues Lebensmittel noch zusätzliche Verpackungen. Aus einem vermeintlichen Abfallprodukt entsteht etwas völlig Neues.
So machen Sie Dattelkernkaffee selbst
Die Herstellung braucht etwas Zeit, ist aber erstaunlich unkompliziert.
1. Kerne sammeln und reinigen
Entfernen Sie die Kerne aus frischen oder getrockneten Datteln und waschen Sie sie gründlich mit warmem Wasser. Es sollten keine klebrigen Fruchtfleischreste zurückbleiben, da diese später beim Rösten verbrennen können.
2. Vollständig trocknen
Breiten Sie die Kerne auf einem sauberen Tuch aus und lassen Sie sie mehrere Tage trocknen. Schneller geht es im Backofen bei niedriger Temperatur von etwa 100–120 °C. Entscheidend ist, dass die Kerne anschließend wirklich trocken sind.
3. Rösten
Verteilen Sie die Kerne auf einem Backblech und rösten Sie sie bei ungefähr 180 °C für 30–45 Minuten. Zwischendurch mehrmals wenden.
Je dunkler die Röstung, desto kräftiger wird das Aroma. Eine mittlere bis dunkle Röstung kommt dem typischen Kaffeegeschmack am nächsten.
Danach vollständig abkühlen lassen.
4. Mahlen
Jetzt kommt der schwierigste Teil: Dattelkerne sind ausgesprochen hart. Verwenden Sie deshalb nur eine leistungsfähige Mühle oder einen geeigneten Hochleistungsmixer, dessen Hersteller das Mahlen solch harter Zutaten ausdrücklich erlaubt.
Die gerösteten Kerne werden zu einem möglichst gleichmäßigen Pulver verarbeitet und anschließend luftdicht aufbewahrt.

Und wie wird daraus Kaffee?
Für eine Tasse genügt zunächst etwa ein Teelöffel Dattelkernpulver.
Geben Sie das Pulver in eine Tasse Wasser, bringen Sie alles zum Kochen und lassen Sie das Getränk etwa 5–10 Minuten leicht köcheln. Anschließend abseihen und genießen.
Wer möchte, kann den Geschmack mit Milch oder Pflanzendrink, Zimt, Kardamom oder etwas Vanille verfeinern.
Eine kleine Alternative mit überraschendem Geschmack
Dattelkernkaffee wird klassischen Kaffee für eingefleischte Espressofans vermutlich nicht vollständig ersetzen. Das muss er aber auch nicht.
Als koffeinfreie Alternative für den Abend, zur Reduzierung des täglichen Kaffeekonsums oder einfach als nachhaltiges Experiment ist er durchaus spannend.
Und vielleicht schauen Sie beim nächsten Dattelessen plötzlich ganz anders auf die kleinen harten Kerne – denn ausgerechnet das, was normalerweise im Abfall landet, kann die Grundlage für Ihre nächste Tasse „Kaffee“ sein.











