von Walter Häge 

Alle  grundlegenden  Erfahrungen  eines  Menschen  werden  in  Nervenzellen- Netzwerken in der Hirnrinde (Gyrus cinguli) und im Limbischen System gespeichert (Das  Limbische  System  wird  auch  als  „Zentrum  für  emotionale  Intelligenz“ bezeichnet).

 

Nervenzellen  verknüpfen  sich  so,  dass  ihre  energetische  Qualität  der  gehabten emotionalen Erfahrung entspricht.

 

JEDER gehabten Erfahrung entspricht ein eigenes Nervenzellen-Netz.

Diese Muster addieren sich im limbischen Speicher und sind im „Dauer-Stand-By“. Das heißt, sie aktivieren sich sofort, wenn aktuell ein ähnliches Erlebensmuster abläuft, wie einmal erfahren.

 

„Aktivieren“ heißt dann, dass das aktuelle Ereignis an Hand des Speichers bewertet wird.

 

Die gespeicherten Vorerfahrungen sind ein innerer Wertekomplex, der herangezogen wird,  wenn  der  Mensch  in  eine  ähnliche  Situation  gerät.  Insbesondere  in  einer Stresssituation  wird  automatisch  auf  diesen  Speicher  zurückgegriffen.  Dieser Automatismus kann nur gestoppt werden, wenn ich durch einen geistigen Befehl des analytischen  Gehirns  diesen  Stopp  veranlasse  (Wir  kennen  das  Problem  vieler Menschen, die nur in ihrem Vergangenheitsspeicher leben und das Jetzt kaum noch – oder verzerrt – wahrnehmen…)

 

Das Problem I:

Viele  der  Speicherinhalte  sind  dem  Betroffenen  nicht  bewusst,  sie  sind  ins Unbewusste abgetaucht, um Schmerz zu vermeiden.

 

Problem II:

Das innere Bewertungssystem arbeitet automatisch und außerhalb der Kontrolle des Betroffenen.

Die Neurobiologen sagen, dass zum Beispiel ein frühes Muster an Wertlosigkeit- Erleben einen gefährlichen Bewertungsmaßstab in Gang setzt, der immer in einer Stressreaktion  endet.  Stress  ergibt  sich  aus  Angst-  ,  Minderwertigkeits- Ohnmachtsgefühl. Stress ist eine Form der Angst. (Ich wurde schon sehr früh nicht wahrgenommen, nicht beachten, nicht geachtet; meine Minderwertigkeit wurde mir ständig vor Augen geführt usw. usw. Auch Angst der Mutter in der Schwangerschaft / die Geburt / das Säuglingsalter spielen hier eine entscheidende Rolle).

Die extremste Stressreaktion ist die Depression. Sie hat den Zusammenbruch der Lebendigkeit zur Folge.

Dieser innere Erlebensspeicher speichert vor allem alle gehabten Angsterlebnisse.

Aus  diesen  negativen  Erfahrungen  heraus  entwickelt  sich  ein  Konditionierungs- Programm für das Jetzt.

 

Besonders  schwerwiegend  sind  die  negativen  Inhalte,  wenn  sie  abgespeichert wurden, als der ganz junge Mensch diese ungeschützt erlebte (auch bereits während der  Schwangerschaft).  Im  Extrem  werden  Vernichtungs-Erfahrungen  bzw. Vernichtungs-Erleben gespeichert ist. Die kann zu totalen Wertlosigkeits-Phantasien führen.

Dieser „ Absturz des Selbstwertgefühls“ ist als „Nervenzell-Netzwerk-Informations- Einheit“ – so sagen es die Neurobiologen – im „Gyrus cinguli“, einer Struktur der Hirnrinde  im  limbischen  System  und  im  Mandelkern  gespeichert.  Dies  wäre sozusagen das Zentrum der Depression.

Dieses „Speichersystem Psyche“ ist mein materielles, unbewusstes Ich-Teil. Ich habe es in diesem Leben nicht-materiell erworben, es hat sich aber, entsprechend meiner energetischen Verfassung, materiell im Gehirn festgesetzt. Dieses nicht bewusste Speichersystem entwickle ich fort bist zu meiner Todesstunde – es sei denn, es gelingt  mir,  durch  gezieltes  Eingreifen  des  analytischen  Gehirnteils,  diesen Automatismus zu stoppen, ja umzukehren!

Wird mein Speicher durch eine äußere Situation aktiviert – was ja hunderte Mal am Tag  geschieht  –  dann  kann  ich  die  Situation  beherrschen,  wenn  ich  sie  positiv bewerte, wenn ich sie akzeptiere, annehme. Meine negative Bewertung führt zur Nicht-Beherrschbarkeit der Situation und damit zur Alarmsituation.

Das  limbische  System  (insbesondere  der  Speicherort  Mandelkern),  gibt  diesen Alarm, (der durch Abgleich zu früheren Alarmen entstanden ist – und nicht durch die aktuelle Realität!), über die Nervenbahnen weiter: an den Hypothalamus, an den Hirnstamm und an die Hypophyse.

Die Art meiner Gedanken (die bewerteten Erlebniseindrücke) – gleich ob sie aus dem Speicher stammen (und dadurch irreal sind), oder ob sie aus einer realen und aktuellen  positiven  Bewältigungsstrategie  stammen,  materialisieren  sich  im Gehirnraum  in  der  Hypophyse  zu  kleinen  „Fädchen“  ,  zu  materiellen  Strings, Neuropeptide  genannt  („Signalstoff“,  „Transkriptionsfaktor“).  Dies  sind  winzige Proteine, die von den Neuronen erzeugt werden.

 

Seien es Wohlfühl-Botenstoffe, die sich aus energetischen Mustern materialisiert haben, seien es Alarm-Botenstoffe, alle haben eines gemeinsam: die energetischen Gedankeninhalte haben sich gleich einem winzigen Schlüssel materiell eincodiert.

Das  Körperbewusstsein  transportiert  diese  winzigen  Schlüssel  als  materielle „Weisungen“ über die Blutbahn exakt zu denjenigen Körperzellen, die resonant zu den  geistigen  Inhalten  der  eincodierten  Botschaften  sind.  Dort  finden  sie  den Rezeptor, in welchen sie sich „einbohren“ können. Der Schlüssel dreht sich und die Körperzelle erhält damit die aktuelle Anweisung, um chemisch zu reagieren.

(Sichtbar  wird  die  Wirkung  bestimmter  Neuropeptide  im  Gesichtsausdruck, insbesonders  in  den  Partien  um  den  Mund,  in  der  Lebendigkeit  bzw.  in  der Stumpfheit der Augen,

in der müden, gebeugten, schleppenden Körpergestalt usw. usw. Der alte Spruch: “Jeder Rückenschmerz ist Seelenschmerz“, hat hier seine Verursachung und kann auf den ganzen Körper angewandt werden).

 

Das Fazit:

Ich  kann  mit  meinem  Geist  Körpermaterie  verändern,  wenn  ich  diese automatisch ablaufenden negativen Prozesse „umdrehen“ kann; wenn ich sie bewusst mit meinem analytischen Gehirn wahrnehme und anschaue, erkenne und verstehe. Das gilt für den Entstehungsprozess von Krankheiten, wie für die Heilung von diesen: Entsprechende Gedankenkraft lässt erst gar keine Krankheit erst entstehen.

Durch  das  Erkennen  und  Verstehen  meines  analytischen  Gehirns  („Beobachter einschalten“) kann ich den Automatismus stoppen, welcher den „Speicher des Leids“, den Vergangenheitsspeicher als Maßstab des Geschehens heranzieht. Ich schneide die Resonanz durch, zu dem, was gewesen, und ich erlebe das, was geschieht, neu, authentisch und ohne jeden konditionierten Filter. Ich verweigere dem Ballast des Gewesenen die Kraft des Handelns im Heute.

 

Geistbefehl I:

Ich bin mir meiner negativen Speicher bewusst (Speicher des Leids).

  • Speicher  der  Unwertigkeit  (Anhaltende  Traurigkeit  mit  dem  Endpunkt , Depression  als  „Totalstress“  –  gleich  Zusammenbruch  körperlicher  und psychischer Antriebe).
  • Speicher  der  Angst  (Versagensangst,  Todesangst,  Menschenangst, Höhenangst, Angst vor Selbstaufgabe, Selbstvernichtungs-Angst, Angst vor Vertrauensverlust, Angst  vor  Überforderung  usw.  usw.  Perfektionisten  sind besonders gefährdet).
  • Speicher der irrealen Vorstellungen (Insbesonders alle Vorstellungen, dass sich  die  Welt  nach  den  Vorgaben  meines  persönlichen  Befindens  /  nach meinen Wertvorstellungen richten müsste). Das „Ich, der Mittelpunkt der Welt“, muss sterben.

Ich verweigere der Vergangenheit ihre Kraft im Jetzt. Ich erkenne die Konditionierung und verweigere die Gefolgschaft.

  • Ich verweigere bewusst die Bildung von Alarm-Botenstoffen des neuronalen Systems.
  • Ich mache die negativen Inhalte des limbischen Speichers wirkungslos, indem ich die Resonanz zum Heute stoppe.

Ich  tilge  meine  Vergangenheit  aus  meinem  Leben  in  der  Form,  dass  ich  keine negativen Wirkungen des Gewesenen im Heute zulasse. Natürlich kann ich nichts rückgängig  machen,  aber  ich  kann  die  zerstörerische  Wirkung  nehmen.  DIE VERGANGENHEIT IST TOT.

Es gilt der Satz der Quantenphysik, dass ich alles verändern kann, worauf ich mein Bewusstsein richte. Durch das Erkennen der Verursachung der Alarmreaktion, ist der Prozess der Veränderung bereits in Gang gesetzt. Durch Verstehen ergibt sich das neue Handeln, ohne dass ich aktiv werden muss (Das muss gut verstanden werden – es gilt nichts zu tun, nur zu verstehen, dann verändert sich die Sachlage aus sich selbst heraus).

 

Geistbefehl II

Ich klinke mich in die Neuropeptid-Bildung ein und gebe über mein Großhirn den  Befehl,  bestimmte  Körpermaterie  zu  verändern  –  gemäß  meinen Gedanken.  Ich  bestimme  damit  die Art  und  die  Qualität  der  eincodierten Informationen an meine Körperzellen.

 

Durch Geistbefehl II kann ich auch meine Gene verändern.

Auch die Träger meiner Erbanlagen sind nicht statisch, sind nicht ein für alle Mal festgelegt.  Gene  steuern  (mich)  –  aber  sie  werden  auch  (von  mir)  gesteuert. (Natürlich nur die nicht-ererbten Texte meiner Gene)

Noch einmal: Wer meine Gene steuert?: Ich selbst,

  • mein bewusster, analytischer Geist.
  • meine Erlebnisse, die ich zulasse, dass sie geschehen.
  • meine Verwicklungen, in die ich mich begebe oder nicht begebe.
  • meine Gedanken, die ich mir erlaube zu denken.
  • mein Fühlen, das mich ergreift und das ich mir bewusst mache.
  • meine Sinne, die ich schärfe und bewache.
  • mein Lebensstil, meine Wertigkeiten, meine Bedürfnisse, meine realistischen oder unrealistischen Wünsche.

 

ICH  SELBST  steuere  die  Qualitäts-Aktivität  meiner  Gene  und  verändere festgefügt scheinende Strukturen im Gehirn.

Nach Charon* bestehen Gene aus gebundenen Elektronen. Sie können durch das Zufügen von neuer Information in Form von freien Elektronen durch meinen Geist in ihrer Qualität verändert werden. Somit verändert sich dann auch die Qualität der genetischen Steuerung.

Vergleichen wir die Gene mit einem Konzertflügel. Er kann für sich alleine keine Musik machen. Es muss jemand auf ihm spielen. Wer spielt auf meinen Genen? Ich selbst mit meinem ungetrübten Bewusstsein.

Der ererbte „Text“ eines Gens ist als „DNS-Sequenz“ ein für alle Mal festgelegt (Meine Körper-Konstitution, Geschlecht, Hautfarbe usw. usw.).

Gene führen kein auf sich selbst gründendes Eigenleben. Nicht festgelegt ist die Regulation  der  Genaktivität!  Diese  Aktivitäten  der  Gene  unterliegen  dem Bewusstsein (bzw. den unbewussten, triebgesteuerten und konditionierten Impulsen) und werden nicht vererbt.

 

Damit  diese  Geistbefehle  auch  umgesetzt  werden  können,  muss  der  eigene Gedankenapparat beherrscht werden. Dies ist absolute Voraussetzung.

Der  Weg  geht  zwingend  über  die  bewusste  Kontrolle  und  Abschaltung  der Außenreize  hin  zur  Kontrolle  meines  kompletten  Geistes.  Ich  ersetze  dann  die unbewusste Außenimpuls-Steuerung durch eigene Geistbefehle, die ich mit Atem und Herzschlag eintakte.

 

  • Ich muss meine Gedankenspeicher reinigen von aller Konditionierung.
  • Ich muss mich befreien von Fremdbestimmung.
  • Ich muss Herr meiner Sinne sein.
  • Ich muss Herr meines Geistes sein.
  • Ich muss Herr meiner Gefühle sein.
  • Ich muss Herr über meine tatsächliche Realität sein.
  • Ich muss Herr meiner selbst sein.
  • Ich muss in der Lage sein zu denken was ich will.

 

Um diese Herrschaft zu erreichen, gibt es viele Wege mit gleichem Ziel, Buddha, zum Beispiel, hat uns seinen achtfachen Pfad hinterlassen.

Da der Weg bereits in uns selbst eingefaltet ist – wir wissen es nur nicht mehr – müssen wir nur beginnen ihn zu gehen.

 

*Ich empfehle meinen Aufsatz:

Der Quantenphysiker Jean Èmile Charon – Seine Theorie der denkenden Elektronen

Walter Häge, nach der fachlichen Quelle zur Neurobiologie: Bauer, Joachim: „Das Gedächtnis des Körpers“, Piper, 18. Auflage 2011.

 

 

Quelle:

Walter Häge