Ein großer Meteorit könnte in naher Zukunft auf die Erde prallen, so die Warnungen des NASA-Chefs.

 

NASA-Direktor Jim Bridenstine sprach auf der Konferenz zum Schutz des Planeten der Internationalen Astronauten-Akademie, die Methoden gegen die Auswirkungen bevorstehender Asteroideneinschläge entwickelt sowie Notfall-Evakuierungspläne und Ausrüstungen von Menschen zum Schutz im Falle von Meteoritenangriffen organisiert, eine der bislang deutlichsten Warnungen der Behörde aus: “Die Erde steht vor ihrer bislang größten Bedrohung aus dem Weltraum.”

 

„Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen verstehen, dass es hier nicht um Hollywood geht. Es geht nicht um Filme. Hier geht es letztendlich darum, den einzigen Planeten zu schützen, auf dem nach unserem Wissen Leben möglich ist, und das ist der Planet Erde “, warnte Bridenstine.

Ein Asteroideneinschlag würde alles Leben auf der Erde auslöschen – nicht etwa wegen der Zerstörungskraft, sondern aufgrund einer Asche- & Staubwolke, die für mehrere Jahrzehnte den Himmel verdunkeln und saubere Luft verschmutze würde.

Bill Nye, im Volksmund in den USA als der “Wissenschaftsmann” bekannt, warnte während der Konferenz ebenfalls vor der existenziellen Bedrohung für die Menschheit. Er sagte gegenüber Reportern: „Die Erde wird von einem großen Asteroiden getroffen werden. Das Problem ist, wir wissen nicht wann. Es ist eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit in jedermanns Leben, aber es ist ein Ereignis mit sehr hoher Konsequenz. Wenn es passiert, wäre es für alles so, wie wenn man Ctrl+Alt+Del anwendet.“ [Gemeint ist hier der berühmte “Affengriff” unter Windows, wodurch ein Neustart des Computersystems eingeleitet wird, man quasi wieder von vorne beginnt.]

 

Der Chefwissenschaftler der NASA, Jim Green, griff die Äußerungen von Bill Nye auf: „Es geht nicht darum, ob es geschieht. Es ist lediglich eine Frage des Zeitpunkts.“

 

Am Beispiel des Tscheljabinsk-Ereignisses im Jahr 2013, bei dem ein 20 Meter großer Meteorit, der mit einer Geschwindigkeit von 65.000 km/h in die Erdatmosphäre eingetreten und über Tscheljabinsk in Russland explodiert war und mehr als 1.500 Menschen verletzt sowie über 7.000 Gebäude beschädigt hatte, wies Bridenstine darauf hin, dass es in den letzten 100 Jahren drei solcher Vorfälle gegeben hat, obwohl Meteoritenereignisse dieser Größenordnung eigentlich nur einmal alle 60 Jahre stattfinden.

 

„Es war am Himmel heller als die Sonne zu dem Zeitpunkt, als er in die Erdatmosphäre eindrang. Und die Menschen konnten die Hitze dieses Objekts aus 62 Kilometern Entfernung spüren … Als es schließlich in 30 Kilometern Höhe über der Oberfläche explodierte… hatte es… die 30-fache Energie der Atombombe in Hiroshima… Es beschädigte Gebäude in sechs Städten. Ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, dass solche Ereignisse außergewöhnlich einzigartig sind, aber das sind sie nicht … Wir müssen unsere Systeme nutzen, unsere Fähigkeiten nutzen, um letztendlich viel mehr Daten zu erhalten, und wir müssen es schneller tun. Wir wissen, dass die Dinosaurier kein Weltraumprogramm hatten. Aber wir haben es und müssen es nutzen.“

 

Laut der Zeitung Independent wurde die NASA seitens der US-Regierung angewiesen, 90% der erdnahen Objekte mit einer Länge von mindestens 140 Metern Größe zu erfassen und zu verfolgen. Laut Bridenstine gibt es in dieser Kategorie schätzungsweise 25.000 Objekte, von denen die Behörde bislang nur etwa ein Drittel katalogisiert hat.

 

Der Kampf gegen große Asteroiden, so Bridenstine, erfordere mehr Ressourcen und mehr Länder, um leistungsfähigere Raketen zu bauen, wie das Weltraum-Startsystem der NASA, das 2024 für die nächste bemannte Mission zum Mond eingesetzt werden soll.

 

Also, wenn ein Weltraumobjekt irgendwann durch die Atmosphäre rast, wie sieht der Plan aus?

 

Während einer Rollenspielsimulation versuchten die NASA-Wissenschaftler, einen Meteoriteneinschlag in die Erde zu stoppen, und scheiterten, obwohl sie acht Jahre Zeit hatten, sich auf die Simulation vorzubereiten. Im Geiste der Simulation twitterte die Europäische Weltraumorganisation ein Video, das zeigt, wie Spannungen in einer Weltraumbehörde aussehen können, die ein bedrohliches erdnahes Objekt erkennt:

[übersetzt:]  Es ist 2028 und die ESA hat eine besorgniserregende Situation aufmerksam beobachtet: Ein riesiger Asteroid ist auf dem Weg, die Erde zu treffen, obwohl der genaue Aufprallpunkt noch nicht klar ist … Um herauszufinden, was als nächstes in diesem #FICTIONALEVENT passiert, folgen Sie @esaoperations #PlanetaryDefense

 

Verweise: