Eine Kommission der Vereinten Nationen stimmte dafür, dass Cannabis von einer Liste von Betäubungsmitteln, wie beispielsweise Heroin, gestrichen wird. So könnte es mehr für medizinische Zwecke eingesetzt werden.

 

Die heutige Entscheidung wurde mit Spannung erwartet. Cannabis für den medizinischen Gebrauch wurde, aus einer Kategorie der gefährlichsten Drogen der Welt wie Heroin, gestrichen. Dabei handelt es sich um einen langen aufgeschobenen Beschluss. Dieser könnte den Weg für die Marihuana-Forschung und den medizinischen Gebrauch frei machen.

 

 

Zeit für eine Neuklassifizierung von Cannabis

Die Abstimmung der Suchtstoffkommission, der 53 Mitgliedsstaaten angehören, berücksichtigte eine Reihe von Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zur Neuklassifizierung von Cannabis. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich dabei auf eine Schlüsselempfehlung: Cannabis aus dem Anhang IV des Einheitsübereinkommens über Suchtstoffe von 1961 zu streichen. Dort steht es gegenwärtig neben gefährlichen und stark süchtig machenden Opioiden wie Heroin.

 

Experten sagen, dass die Verabschiedung der Empfehlung keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Lockerung der internationalen Kontrollen haben wird. Die Regierungen werden weiterhin dafür zuständig sein, wie Cannabis zu klassifizieren ist. Doch viele Länder orientieren sich an internationalen Konventionen. So ist die Anerkennung durch die UN ein symbolischer Sieg für Befürworter einer Änderung der Drogenpolitik. Begründet wird dies mit der Meinung, dass das internationale Recht veraltet sei.

 

„Die Welt hat sich seit den frühen 1960er Jahren verändert“, sagte Alfredo Pascual, ein Journalist der Marijuana Business Daily. Die derzeitige Terminierung der Forschung von Cannabis würde abschreckend wirken. Ferner würde eine Änderung der Klassifizierung der Vereinten Nationen höchstwahrscheinlich die Bemühungen einer Legalisierung auf der ganzen Welt unterstützen, so Pascual.

Vor der Abstimmung sagte er: „Wir werden die UN, das wichtigste drogenpolitische Gremium, dazu bringen, die medizinische Nützlichkeit von Cannabis anzuerkennen“.

 

Keine klare Einigkeit zur Entscheidung

Dennoch ist die Entscheidung in vielen Ländern höchst umstritten. Dies führte zu Verzögerungen bei der Abstimmung über die Empfehlungen. Erstmals wurden diese 2019 von der Weltgesundheitsorganisation ausgesprochen. Die Vereinigten Staaten, europäische Nationen und andere sprachen sich für den Vorschlag aus. China, Ägypten, Nigeria, Pakistan und Russland waren dagegen.

 

„Es war ein diplomatischer Zirkus“, sagte Kenzi Riboulet-Zemouli. Als unabhängiger Forscher auf dem Gebiet der Drogenpolitik hat er die Abstimmung und die Position der Mitgliedsstaaten genau beobachtet. Einige Länder, die ursprünglich gegen die Herabstufung waren, wie beispielsweise Frankreich, hätten inzwischen ihre Position geändert. Eine Empfehlung Cannabis-Derivate wie Dronabinol und THC in die Liste I, also den unteren Hebel aufzunehmen, fand nicht genügend Unterstützung.

 

Michael Krawitz, Exekutivdirektor von Veterans for Medical Cannabis Access äußerte sich wie folgt dazu: „Die Fortsetzung dieses Weges verweigert unseren Bürgern nicht nur wichtige Arzneimittel, die Schmerzen lindern, sondern stellt auch einen Verrat am Vertrauen der Öffentlichkeit dar“. Ferner fügte er hinzu, dass die Droge ein wichtiges Medikament sei und eine einzigartige Linderung bieten könne.

 

Trend von Cannabis zu medizinischen Zwecken erkennbar

Die Überarbeitung der Cannabispolitik hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Insbesondere im Hinblick auf die Legalisierung für den medizinischen Gebrauch. Jessica Steinberg, Geschäftsführerin von Global C, einer internationalen Cannabis-Beratungsgruppe, die an UN-Treffen teilgenommen hat, bestätigt dies. Industrie-Insider hoffen, dass die Abstimmung das Feld für die Erforschung des therapeutischen Nutzens des Medikaments öffnen wird. Die Auswirkungen auf den amerikanischen und europäischen Markt treiben den Fokus voran. Bei jüngsten Wahlen in den Vereinigten Staaten haben mehr Bundesstaaten den Gebrauch von medizinischem und Freizeit-Marihuana legalisiert. Laut Cowen, einem Investment- und Finanzdienstleistungsunternehmen, wird dieser Markt bis 2025 auf mehr als 34 Milliarden Dollar wachsen.

 

Vor der Abstimmung in dieser Woche und anderen Entkriminalisierungsbemühungen, sind die Aktienkurse einiger Cannabisfirmen sprunghaft angestiegen.

 

Entscheidung könnte große Auswirkung auf konservativere Länder haben

Doch welche Auswirkungen bringt diese Entscheidung mit sich? Zum einen könnte sie einen finanziellen Segen für die amerikanischen und europäischen Marihuana-Märkte bringen. Allerdings würde eine Herabstufung der Gefahren von Cannabis die größten Auswirkungen auf Länder haben, die eine konservativere Politik verfolgen. Darunter zum Beispiel viele karibische und asiatische Nationen.

 

„Etwas wie dies bedeutet nicht, dass die Legalisierung einfach auf der ganzen Welt geschehen wird“, sagte Frau Steinberg. Aber „es könnte ein Wendepunkt sein“.

 

Quelle:

https://www.myweedo.de/