Das Dorf Rettenbach am Auerberg ist Selbstversorger auf ganzer Linie; mit Solardächern, Lebensmitteln aus dem Umland und sogar einer eigenen Währung.

 

Rettenbach – Selbst ist das Dorf

Die Geschichte des Dorfes Rettenbach erinnert ein wenig an das bekannte gallische Dorf, welches sich erfolgreich gegen die römischen Eindringlinge wehrt, um seine Selbstständigkeit zu erhalten. Nur befindet sich das Dorf Rettenbach in Bayern, wird von unbeugsamen Allgäuern bewohnt und trotzt seit Jahren erfolgreich der aus Berlin und Brüssel kommenden Bürokratie und Reglementierung – denn das 830-Seelen-Dorf hat geschafft, wovon viele träumen: Ihr Dorf ist komplett ökologisch und autark – und hat sogar sein eigenes Geld!

 

Bereits vor über 20 Jahren beschlossen die Bewohner von Rettenbach am Auerberg, dass ihr Dorf führend im Umweltschutz sein und sich selbst versorgen soll, um unabhängig von den Höhen und Tiefe des globalen Marktes zu sein – und so machten sich die Dorfbewohner Schritt für Schritt daran, dass Wohl ihres Dorfes wieder selbst in die Hand zu nehmen.

 

Das Ergebnis heute:

Rettenbach produziert mit Solaranlagen und privaten Sonnenkraftwerken mehr Strom, als es selbst braucht, Landwirte versorgen ihre Höfe mit Energie und Wärme mittels Biogasanlagen, die meisten Nahrungsmittel in Rettenbach stammen aus eigener Produktion. Nur was wirklich nicht selbst angebaut werden kann, wird „eingeführt“.

 

Weichbergtaler statt Euro

Um möglichst viel Wertschöpfung im Ort zu behalten, wurde als eigene „Währung“ der „Weichbergtaler“ eingeführt, der überall im Ort als Zahlungsmittel angenommen wird. Eine Münze ist umgerechnet fünf Euro wert.

Im „Weichbergmarkt“ – dem einzigen Supermarkt des Dorfes, welches aus Holz aus den angrenzenden Wäldern gebaut wurde und hauptsächlich Lebensmittel aus der direkten Umgebung anbietet, wird so zum Beispiel mit dem Weichbergtaler gezahlt. Die Waren sind frisch, die Transportwege kurz.

 

Ein kleines bayerisches Dorf zeigt der Welt auf YouTube, wie es auch gehen kann!

„Ich wünsche mir für die Zukunft, dass uns bewusster wird, in welch tollem Umfeld, welch toller Natur wir leben. Wir haben das Paradies vor der Haustür und sollten damit glücklich sein.“ Rettenbachs Bürgermeister Reiner Friedl

 

Kaum Berichterstattung über das Vorzeige-Öko-Dorf

Das System in Rettenbach ist einfach aufgebaut und umsetzbar – und genau deshalb wird die Dorfentwicklung argwöhnisch von Grosskonzernen und EU-Bürokraten im Auge behalten und es wird kaum über das ökologische Vorzeigedorf berichtet. Das kann natürlich reiner Zufall sein – doch mutet diese Nicht-Berichterstattung der großen Mainstream-Medien ein wenig seltsam an.

 

Eines zeigen uns die Menschen von Rettenbach jedoch: Mit Mut, Einsatz und Durchhaltevermögen lässt sich scheinbar Unmögliches erreichen und selbst die hartnäckigsten Bürokraten blieb nichts anderes übrig, als sich den unbeugsamen Allgäuern zu beugen.

 

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