Die Regierung in Rom will die Herstellung und den Verkauf von In-vitro-Fleisch verbieten.

Der Gesetzesentwurf muss noch von der Mehrheit des Parlaments akzeptiert werden, um in Kraft zu treten.

 

Nein zu synthetischem Fleisch

Für die Herstellung von Fleisch im Labor werden lebenden Tieren Stammzellen entnommen, die in einer Kulturflüssigkeit aus Fetten, Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Zucker landen. Dort vermehren sie sich und wachsen zu Muskelgewebe heran. Für Fleisch aus dem Labor müssten daher keine Tiere getötet werden, was von Tierschützern befürwortet wird. Auch der Umweltaspekt wird oft hervorgehoben.

 

Ein zerklüftetes Steak neben sechs Petrischalen – Laborfleisch?

      Dieses Steak ist mit Sicherheit im Labor – aber kommt es auch aus dem Labor?

Foto: dpa

 

Kulinarische Tradition stärken

Nach Angaben des italienischen Landwirtschaftsverbandes Coldiretti hat bisher kein anderes Land der Welt ein solches Verbot ausgesprochen. Der Vorschlag ist Teil des Vorhabens der Regierung, Italiens kulinarische Traditionen zu stärken. Die italienische Regierung beruft sich bei ihrem Verbot auf das Vorsorgeprinzip. Laut Gesundheitsminister Orazio Schillaci gäbe es „keinen wissenschaftlichen Beweis“, dass der Konsum von Laborfleisch keine schädlichen Auswirkungen habe.

 

Keine Produktion in Italien

In der EU gibt es bisher keine Zulassung für Laborfleisch. Wenn es zu einer europäischen Genehmigung kommen sollte, könnte sich Italien wegen des Prinzips des freien Warenverkehrs in der EU wohl nicht gegen Importe stemmen. Die Produktion auf italienischem Boden ist dagegen ausgeschlossen.